Blick über den Zaun
ist ein Verbund reformpädagogisch engagierter Schulen, der seit 1989 besteht. Er will durch regelmäßige wechselseitige Besuche («peer reviews«), durch Tagungen und das Anwerben weiterer Schulen dazu beitragen, dass Schulen im direkten Erfahrungsaustausch voneinander lernen: einander anregen, ermutigen, unterstützen.
In den ersten Jahren gefördert durch die Robert Bosch Stiftung, haben die Mitglieder dieses Schulverbundes – etwa 25 Lehrerinnen und Lehrer, Leiterinnen und Leiter aus 15 Schulen in staatlicher und freier Trägerschaft – bis Ende 2002 insgesamt 10 »Schultagungen« und 6 »Expertentreffen« zu schulpädagogischen und didaktischen Einzelfragen durchgeführt.
Der Schulverbund hat im Februar 2003 sein Leitbild einer »guten Schule« entworfen und in den folgenden Monaten in einem »Aufruf für einen Verbund reformpädagogisch engagierter Schulen« publiziert.
Bezogen auf dieses Leitbild, hat er Anfang 2005 »Standards« für die Evaluation reformpädagogischer Schulen vorgelegt. Sie sollen auch eine Alternative zu den sogenannten »Bildungsstandards« im Gefolge der PISA-Diskussion bieten.
Im Herbst 2003 haben Mitglieder von »Blick über den Zaun« in mehreren Bundesländern eine Reihe von Schulen unterschiedlicher Schulformen besucht und kleine Porträts von ihnen gezeichnet, um ihre Vorstellungen von einer »guten Schule« an sehr unterschiedlichen Beispielen zu veranschaulichen. Diese Darstellungen sind in einer Serie der Zeitschrift PÄDAGOGIK in Heft 1 – 9/2004 erschienen.
Weitere Publikationen und öffentliche Diskussionsbeiträge galten und gelten dem Leitbild einer guten Schule und seiner praktischen Umsetzung, verbunden insbesondere mit der Frage der Schul– und Qualitätsentwicklung an den Mitgliedsschulen und im weiteren bildungspolitischen Umfeld.
Die Reaktionen auf den »Aufruf« waren so ermutigend, dass der Schulverbund – unterstützt von der Theodor-Heuss-Stiftung und der Software AG Stiftung – im Mai 2004 eine dreitägige Fachtagung in der Evangelischen Akademie Hofgeismar durchführte, um noch weitere Schulen für eine Mitarbeit zu gewinnen. Am Ende dieser Tagung konstituierten sich 4 Arbeitskreise mit jeweils 3 – 4 »alten« und 4 – 5 »neuen« Mitgliedsschulen. Ein 5. Arbeitskreis konstituierte sich im März 2006 bei einer Schultagung in der IGS Göttingen.
Die Mitgliedsschulen dieser fünf Arbeitskreise treffen sich seither zu bi– und trilateralen Besuchen und Kooperationsabsprachen sowie alljährlich zu einer mehrtägigen Tagung in einer von ihnen.
Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung, fand vom 12. – 14.11.06 eine weitere Fachtagung von »Blick über den Zaun« statt – wiederum in der Evangelischen Akademie Hofgeismar. An ihr nahmen über 100 Schuleiter/innen und Lehrer/innen aus den zwischenzeitlich 54 Mitgliedsschulen teil. Sie verabschiedeten einstimmig eine »Erklärung von Hofgeismar« unter dem Titel »Schule ist unsere Sache – ein Appell an die Öffentlichkeit«. Die Begründung dieses Appells findet sich in einer umfangreichen Denkschrift («Schule ist unsere Sache«), die in Hofgeismar ebenfalls diskutiert und als ein weiterer Baustein im Gesamtkonzept des Schulverbundes angenommen wurde.


